Dr. Leo Alexander, ein
österreichischer Arzt
über Menschenexperimente im Dritten Reich:
„Welche Ausmaße die [Nazi-]Verbrechen
schließlich auch immer angenommen haben, es wurde allen, die sie
untersucht haben, deutlich, daß sie aus kleinen Anfängen erwuchsen.
Am Anfang standen zunächst nur feine
Akzentverschiebungen
in der Grundhaltung der Ärzte.
Es begann mit der Auffassung, die in der
Euthanasiebewegung grundlegend ist,
daß es so etwas wie Leben gebe, das nicht
lebenswert sei.
Im Frühstadium traf das nur die schwer und
chronisch Kranken.
Nach und nach wurden zu dieser Kategorie auch
die sozial Unproduktiven,
die ideologisch Unerwünschten,
die rassisch Unerwünschten und
schließlich
alle Nicht-Deutschen gerechnet.
Entscheidend ist freilich, sich klar zu machen,
daß die Haltung gegenüber den unheilbar Kranken der unendlich kleine
Auslöser für einen totalen Gesinnungswandel war."
(Leo Alexander,
österreichischer Arzt, im Auftrag der Siegermächte, Leiter einer
Kommission zur Bewertung der medizinisch-wissenschaftlichen
Erkenntnisse aus den Menschen-Experimenten während des 3. Reiches zum
Fazit der Untersuchungsergebnisse. Dokumentiert unter dem Titel:
‘Medical Science under Dictatorship’ in: New England Journal of
Medicine 24 (1949) S.39-47)