Schweiz: Jedem zweiten Todesfall geht \'Sterbehilfe\' voraus

Erschreckende Zahlen präsentiert eine in mehreren Ländern der EU durchgeführte Studie, in der insgesamt 20.000 Ärzte befragt wurden.

Schweiz (www.kath.net) Jedem zweiten Todesfall in der Schweiz geht eine Form von Sterbehilfe voraus. Das ergab eine EU-Studie, die in Belgien, Dänemark, Holland, Italien und Schweden erstmals die Häufigkeit der Sterbehilfe-Formen untersuchte und insgesamt 20.000 Ärzte befragte. In 420 Fällen pro Jahr - ein Prozent aller Todesfälle - leisten Ärzte an Patienten aktive Sterbehilfe, die in der Schweiz illegal ist. 180 Patienten würden auf Verlangen und 240 ohne deren ausdrücklichen Wunsch getötet; oft gehe es nur um eine geringe Lebensverkürzung, meinte der Rechtsmediziner Walter Bär am Mittwoch laut Bericht im Tages-Anzeiger. In welchem dieser Fälle eine strafbare Handlung vorliege, könne nicht pauschal beurteilt werden.

In jedem vierten Fall - bei 28 Prozent - wird die sogenannte „passive Sterbehilfe“ praktiziert, bei der auf lebenserhaltende Maßnahmen verzichtet wird. Die katholische Kirche sagt seit 50 Jahren, der Verzicht auf unnötig verlängernde Maßnahmen zur Lebensverlängerung, dieser Verzicht ist nicht nur erlaubt, sondern auch geboten, meinte der Theologe Christian Kiesling laut Bericht von Radio Vatikan. Wir haben heute eine über-technisierte Medizin, wir setzen so viele Maschinen in der Behandlung von kranken und sterbenden Menschen ein, dass wir einen Menschen, wenn es mit seinem Leben zu Ende geht, nicht in Ruhe sterben lassen.“ Erschreckend hoch sind auch die Zahlen bei der sogenannten Beihilfe zum Selbstmord, die in der Schweiz straffrei ist. 300 Fälle - 0,4 Prozent aller Todesfälle - soll es jährlich geben.

Quelle:  KATH.NET 20. 06. 2003